Abtauchen in die Kieler Unterwasserwelt

Um herauszufinden, ob Fische tatsächlich Ohren haben, geht es für uns nun weiter an das Westufer, wo Chris, Auszubildender und Seehundflüsterer im Aquarium am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel schon auf uns wartet.

Wir machen uns auf den Weg und tauchen ab in die geheimnisvolle Unterwasserwelt des Kieler Aquariums. Wir betreten einen Gang, der mich im ersten Moment an einen Krankenhausflur erinnert. Der Geruch von Chlor und frischem Fisch liegt in der Luft. Wir biegen links ab. Plötzlich stehen wir im Dunkeln. Die Aquarien sind das einzig Helle im Raum. Die Pumpen der Aquarien plätschern im Hintergrund.

Faszination hinter den Kulissen des Kieler Aquariums.

Faszination hinter den Kulissen des Kieler Aquariums. © TA.SH

Wir wagen einen Blick über den Beckenrand und entdecken die erste Attraktion: den einmaligen Heringsschwarm, der ununterbrochen seine Runde dreht. Der Schwarm besteht aus Hunderten, wunderschön-schimmernden Tieren. Chris zeigt uns den eindrucksvollen und giftigen Feuerfisch. Dieser braun-weiß gestreifte Exot gleitet mit seinen korall-artigen Flossen durch das Wasser. Obwohl er so faszinierend aussieht, erinnere ich mich an die Worte von Chris: „Bitte nicht anfassen, der Fisch ist hochgiftig!“

Wir machen Halt vor einer großen blauen Tür. Was sich wohl dahinter verbirgt?

Der Kulturraum im Aquarium GEOMAR dient als Auffangstation für kranke, verletzte Meeresbewohner sowie als kleines Forschungslabor.

Der Kulturraum im Aquarium GEOMAR dient als Auffangstation für kranke, verletzte Meeresbewohner sowie als kleines Forschungslabor. © TA.SH

„Hinter dieser Tür liegt unser so genannter Kulturraum“, klärt Chris uns auf. Dieser Raum dient als Auffangstation für kranke, verletzte Meeresbewohner sowie als kleines Forschungslabor. Hier kommen Neuankömmlinge in Quarantäne, werden untersucht und behutsam gesund gepflegt. Chris und seine Kollegen züchten hier Fische, Korallen und Artemia, kleine Salzkrebschen, die als Lebendfutter dienen. Besucher können den Kulturraum innerhalb einer Führung live entdecken.

Claudia ist währenddessen schon ungeduldig weitergelaufen. „Da ist Dorie!“, ruft sie. Und tatsächlich – wir haben „Dorie“ gefunden! Da war Claudia eindeutig schneller als die Filmhelden „Nemo“ und „Marlin“. „Eigentlich ist es ein Paletten-Doktorfisch“, korrigiert uns Chris. Für uns bleibt es dann doch lieber bei „Dorie“. Auch „Nemo“, ein Clownfisch, finden wir schnell in einem der 15 Schaubecken. Wir sind uns einig: Hier könnten wir den ganzen Tag bleiben und den Fischen dabei zusehen, wie sie fröhlich schwimmend durch die Gegend schweben.

Der schimmernde Heringsschwarm dreht  seine Runden.

Der schimmernde Heringsschwarm dreht seine Runden. © TA.SH

"Nemo" im Aquarium GEOMAR finden: Check!

“Nemo” im Aquarium GEOMAR finden: Check! © TA.SH

Paletten-Doktorfisch "Dorie" im Aquarium GEOMAR.

Paletten-Doktorfisch “Dorie” im Aquarium GEOMAR. © TA.SH

 

Nachdem wir alle Fische und Seeungeheuer des Aquariums entdeckt, erforscht und fotografiert haben, kommt endlich der Moment, auf den ich die ganze Zeit gewartet habe. Wir verlassen die spannende Unterwasserwelt des Aquariums und tauchen wieder auf. Die vier Kieler Berühmtheiten Sally, Luna, Kilius und Krümel planschen bei diesem Wetter besonders gerne im Wasser, erfahren wir. Die Seehunde mit den süßen braunen Kulleraugen schnellen aus dem Wasser.

Die Seehunde genießen die Kieler Wintersonne.

Die Seehunde genießen die Kieler Wintersonne. © TA.SH

Ich kann mich kaum mehr beruhigen. Das ist einfach zu süß. Ich erinnere mich, wie ich mir als kleines Mädchen die Nase an der Scheibe platt gedrückt habe, um den Seehunden zuzusehen. Damals hätte ich natürlich niemals daran gedacht, die vier einmal persönlich kennenzulernen. Tierpfleger Chris teilt meine Begeisterung und ist von seinen außergewöhnlichen Kollegen begeistert. „Es sind so aufmerksame, tolle Tiere“, schwärmt er. Wie meine Kollegen wohl schauen würden, wenn ich Ihnen meinen neuen tierischen Freund vorstelle? Ein Büro-Seehund würde sicherlich für eine Menge Spaß sorgen.

Zu Besuch bei den tierischen Kieler Berühmtheiten.

Zu Besuch bei den tierischen Kieler Berühmtheiten. © TA.SH

Die Seehunde des Aquariums GEOMAR freuen sich jederzeit auf euren Besuch, denn bis auf freitags werden die Vier täglich um 10:00 sowie um 14:30 Uhr mit frischem Fisch aus der Futterküche versorgt. Wenn ihr sehen wollt, wie es unserem Reiseblogger Christoph Karrasch ergangen ist, schaut doch mal hier.

Beim Blick an den vier Rabauken vorbei, bleibe ich am Forschungsschiff Littorina hängen, das genau gegenüber vom Aquarium seinen Anker geworfen hat. Die Littorina ist ein 30 Meter langes Schiff (über alles) mit einer 400 PS starken Maschine. Das ist Katrins und meine Chance! Nach einigen nicht gerade subtilen Hinweisen gibt Gerd uns grünes Licht: wir dürfen an Bord! Die Littorina fährt in die Kieler Bucht, manchmal auch in die zentrale Ostsee oder Nordsee. Neben ihr nutzt das GEOMAR drei weitere Forschungsschiffe: Alkor, Poseidon und Polarfuchs.

Wenn das Forschungsschiff "Littorina" nicht in der Kieler Förde liegt, macht es die Gewässer der Nord- und Ostsee unsicher.

Wenn das Forschungsschiff “Littorina” nicht in der Kieler Förde liegt, macht es die Gewässer der Nord- und Ostsee unsicher. © TA.SH

Im Schiff selber heißt es vorsichtig laufen. Das Deck ist glatt und nass. Gleich neben dem Zugang geht eine seeeeehr steile Treppe zu den Kojen der Besatzung. Im Forschungslabor ist es ganz ruhig, so wie auch auf der Brücke. Auf Deck erwartet uns die Sonne, die wir noch einen Moment genießen.

Stichwort Open Ship: Wer neugierig geworden ist und sich auch einmal alles anschauen möchte, kann das Schiff während der Kieler Woche und an ausgewählten Tagen besichtigen. Alle Ausstellungen, Vorträge und Termine findet ihr im GEOMAR-Veranstaltungskalender.

Mit vielen wunderbaren Eindrücken und neuem Wissen endet dieser wunderbare Tag. Wir sagen ganz herzlich DANKE an Gerd und sein Team!

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben