Anpfiff zur 2. Halbzeit in Plön

unterwegs in Plön

Ich freue mich schon seit Tagen auf diese Tour, war ich doch vor gut 20 Jahren mal selber Plöner Bürger. Für zwei Jahre, während meines Wehrdienstes. Heute möchte ich ganz viele und neue Eindrücke von Plön und der herrlichen Umgebung – der Holsteinischen Schweiz – gewinnen. Das Wetter spielt mit, blauer Himmel und Sonnenschein: Da kann man den Tag doch nur genießen.

Am Bahnhof von Plön werden Andrea Gastager und ich von der Geschäftsführerin der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz, Caroline Backmann, begrüßt. Heute beherbergt das alte Bahnhofsgebäude die Tourist-Info. Vor einigen Jahren wurde das Gebäude von der Stadt gekauft, entkernt und komplett umgebaut. Wow! Der gewonnene Architekturpreis ist wirklich verdient. Modern, multifunktional und transparent präsentiert man sich hier seinen Urlaubsgästen. Beim Cappuccino stoßen noch Regina Poersch, Landtagsabgeordnete und tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion sowie Randy Lehmann, Leiterin des Ministerbüros von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zu uns. Ich starte mit den Damen, unter der ortskundigen Führung von Frau Backmann, Richtung Schloss. Zunächst geht es an der Nikolaikirche vorbei in die Lange Straße, der Fußgängerzone. Hier gibt es noch viele inhabergeführte Geschäfte. Den Damen fällt sofort auf, wie aufgeräumt es hier ist. Kein Slalomlauf durch eine Batterie von Werbeschildern und sonstigen Aufstellern. Die sind seit Kurzem per Verordnung verbannt. Einhelliges Lob!

Ich erinnere mich derweil an das Kino hier in der Straße zurück. Das gibt es immer noch! Früher hatte jeder Sitz einen Klingelknopf und man konnte während der Vorführung Getränke bestellen. Ob das heute immer noch so ist?

Wir biegen ab Richtung Schlossberg und treffen Jens Paustian, den Bürgermeister von Plön und Ansprechpartner für 8.000 Einwohner, das sagt zumindest die letzte statistische Auswertung. Das freut ihn nicht so sehr. Dafür freuen ihn 12 Seen im Stadtgebiet, die gut 80 Prozent der Stadtfläche ausmachen. Ein Pfund mit dem Plön wuchern kann und das dürfen wir heute auch noch erleben. Am Schloss Plön angekommen erwarten uns auch schon weitere Tagesbegleiter. Begrüßt werden wir vom Betriebsleiter der Fielmann Akademie Schloss Plön Arne Zierow und dem Dozenten Alexander Ritsche. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und die Landrätin des Kreise Plön Stephanie Ladwig sind ebenfalls schon da und begleiten uns noch einige Zeit.

Empfangsbett des Herzogs für besondere Gaeste

Empfangsbett des Herzogs für besondere Gaeste. © TA.SH

Das Schloss ist das Wahrzeichen von Plön und eine imposante Erscheinung, die schon von Weitem zu sehen ist. Früher Residenz der Herzöge und Sommersitz des dänischen Königs, dann Kadettenanstalt und Internat und heute eine topmoderne Ausbildungseinrichtung des Optiker-Handwerks. Nach dem Kauf durch die Fielmann-Stiftung und erheblichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen erstrahlt das Schloss seit 2006 im neuen Glanz. Die Führung durch den Westflügel des Schlosses, mit der Symbiose aus alt und neu, die Erklärungen zur Umbauphase, den Denkmalschutz, die heutigen Ausbildungseinrichtungen der Akademie sowie die kleinen Anekdoten aus der Geschichte, wie die drei verschiedenen Empfangsräume der Herzöge finde ich wirklich spannend. Diese Räume sind weitestgehend noch im Originalzustand. Spektakulär auch der Rittersaal – Geschichte pur und heute ein Raum mit historischen Ambiente, versteckt und völlig unsichtbar darin modernste Technik für verschiedenste Veranstaltungen. So zum Beispiel am 27. Juli 2014 das Konzert des Ensembles der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF).

Kleiner Tipp: Man kann sich übrigens für Schlossführungen anmelden und das Ganze ist kostenfrei.

Raus geht’s aus dem Schloss – Blick auf den großen Plöner See – hinein in den Schlossgarten und in die “Alte Schlossgärtnerei“. Ein Paradies für Kräuterliebhaber und selbstgemachter Leckereien. Hier wachsen um die 200 Kräuter, alleine zwölf verschiedene Thymianarten. “Geh doch dahin wo der Pfeffer wächst”, bekommt hier eine ganz neue Bedeutung, denn der wächst hier auch und noch ganz viele andere Sachen auf 9.000 Quadratmeter. Ein Traum für sämtliche Sinne. Rieche ich nicht gerade Cola? Ich habe doch nur über ein paar Blätter mit meiner Hand gestrichen. Herrlich! Donnerstags bis sonntags hat das Café und der Laden geöffnet und es können selbstgebackene Kuchen geschlemmt werden, dazu vielleicht der Haus-Tee mit Zitronenverbene. Im Laden gibt es die verschiedensten Dinge aus dem Garten, ich empfehle den Rhabarberaufstrich mit Süßdolche. Hmmh, sehr lecker! An den anderen Tagen sind auch Führungen durch die Schlossgärtnerei mit der Betreibern Dorit Dahmke möglich. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber das Wasser ruft.

Fuehrung ueber den Campingplatz Spitzenort

Fuehrung ueber den Campingplatz Spitzenort. © TA.SH

Ab zum Mühlensee, dort wartet schon Helge Wiederich vom Wassersportzentrum Segelschule Plön auf unsere kleine Reisegruppe. Einsteigen in den 10er-Canadier und Plön von seiner schönsten Seite kennenlernen. Auf dem Weg in die Rohrdommelbucht des großen Plöner Sees gibt es noch einen kurzen Zwischenstopp beim Campingplatz Spitzenort. Anja und Achim Kuhnt führen den Naturcampingplatz als richtiges Familienunternehmen und geben uns einen Einblick in das Platzleben.

Kanutour zum Großen Ploener See

Kanutour zum Großen Ploener See. © TA.SH

Der Campingplatz ist sehr beliebt, auch bei ausländischen Gästen, insbesondere aus Dänemark. Fünf-Sterne und eine Reihe von Auszeichnungen, das kommt nicht von ungefähr und das spürt man bei den Erzählungen der Familie Kuhnt beim Spaziergang über den Platz. Hier gibt es Dinge, die hätte ich auf einem Campingplatz so nicht erwartet: WLAN auf dem ganzen Platz, Kabelfernsehen an jedem Stellplatz, eine abschließbare Handy-Ladestation, Stellplätze mit Mietcaravan. Ich empfehle da den Stellplatz M159 an der Spitze der Halbinsel. Das ist auch alles bequem online zu buchen und mit Paypal zu bezahlen. Camping-Herz – was willst Du mehr?

Herr Kuhnt verstärkt anschließend unsere Canadier-Crew und mit vereinten Paddelschlägen geht es durch die “Geheim-Passage” – samt Grundberührung und Ausstieg zum Schieben des Bootes – an der Prinzeninsel vorbei. Wer einen tollen Sonnenuntergang über dem See erhaschen möchte, sollte unbedingt den Strand am Prinzenbad nutzen. Grandioser Westblick über den See mit ganz viel Natur.

Restaurant Seeprinz am Ploener See

Restaurant Seeprinz am Ploener See. © TA.SH

Weiter geht’s zum Seeprinzen. Der Seeprinz: Ein junges Restaurant, letztes Jahr eröffnet und mit einer tollen Südterrasse und eigenem Bootsanleger. Während wir mit einem Bärenhunger auf unser Mittagessen warten bekommen wir noch ein paar Infos vom Betreiberpaar. Eigentlich unvorstellbar wie aus einem schnöden, gelben Klinkerbau diese schneeweiße Perle am Strandweg von Plön entstanden ist. Hut ab vor dieser unternehmerischen Umsetzung. Das Ambiente und der Ausblick stimmen schon mal. Was macht das Essen? Passt sich dem an und ich werde um meine Menüauswahl auch gleich beneidet. Der Summer Seaside Salad ist genau das Richtige an diesem heißen Sommertag.

Umstieg vom Wasser in das Glücksküstenmobil und eine kurze Fahrt an das Ostufer des Großen Plöner Sees nach Bosau in das Gasthaus “Zum Frohsinn” von Familie Reimers. Hier geht es sofort in die Backstube, denn hier im Hause gibt es eine Backschule. Gar nicht lange umgeschaut, stehen wir auch schon mit Schürzen bewaffnet an den Arbeitsplatten und folgen gelehrig den Anweisungen von Bäckermeister Thomas Arens. Wir backen heute ein Brot aus Sauerteig. Es wird abgewogen, geknetet und gefeixt. Selbst das Ergebnis kann sich sehen lassen und es schmeckt. Das ist eine echte Gaudi und bis zu 16 Leute finden Platz in solchen Kursen. (Liebe Kollegen, die kommende Weihnachtsfeier wird lecker spaßig werden.)

Grebiner Muehle

Grebiner Muehle © TA.SH

Von Bosau geht es weiter Richtung Malente über kleine Landstraßen und Feldwege durch die holsteinische Schweiz am Suhrer See, Behler See, Diecksee und Schierensee vorbei nach Grebin. An der Grebiner Mühle angekommen werden wir vom Bürgermeister Jochen Usinger empfangen. Er führt uns direkt in den neben der Mühle liegenden Weinberg des Weinguts S.J. Montigny, Hof Altmühlen. Das nördlichste zusammenhängende Anbaugebiet Deutschlands. Entstanden aus einer vermutlichen Schnapsidee von Kurt Beck und Peter Harry Carstensen. Aber mit dem Engagement eines Pfälzer Winzers und der Förderung durch Dr. Langness wird hier professionell angebaut. Vom Rebstock geht es in die alte Kellerholländermühle. Die Gemeinde möchte die Mühle und das derzeit nicht betriebene, angrenzende Mühlencafé touristisch besser vermarkten. Ideen sind gefragt. Bei einer kleinen Weinprobe konnten wir uns austauschen und den herrlichen Blick über die Holsteinische Schweiz genießen. Zum Glück blieben zwei kleine Flaschen verschlossen und fanden den Weg in unsere Hände.

So kann ich den wunderschönen Tag mit einem Glas in der Hand noch immer genießen.

Wenn das kein GLÜCK ist!

P. S. Über weitere Erlebnisse von unserem Tag in der holsteinischen Schweiz berichtet Andrea Gastager in ihrem Blogeintrag “Wo der Pfeffer wächst“.

2 Antworten

  1. Sehr informativer Artikel. Schleswig-Holstein ist eben ein tolles Bundesland – einmalig! Man kann froh udn dankbar sine dort arbeiten und leben zu dürfen, wo andere gern und öfter Urlaub machen.

    Unsere wunderschöne Heimat – das Land zwischen den Meeren. Kein anderes Bundesland hat 2 Meere!

    Dir, lieber Torge wünsche ich weiterhin alles Gute, vora llem viel Erfolg im Bereich Tourismus für unser Land.

    Beste Grüße von einem Flensburger, der in Neumünster lebt
    Udo Wachholz

    • Torge Rupnow Torge Rupnow

      Toll, das der BLOG gefällt. Gerne weiter posten. Beste Grüße in die Heimatstadt. Torge

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