Breitbandlächeln

unterwegs in Rendsburg

Was braucht man zum Glücklichsein? Nicht viel. Ein kleiner Trecker, ein kleiner Anhänger, einen Erwachsenen zum Steuern des Treckers und viele kleine Kinder. Und dann muss man die Kinder auf den Anhänger setzen und mit ihnen herumfahren. Und schon erntet man wunderschönes Breitbandlächeln.

Ruhe und Stille am Nord-Ostsee-Kanal

Ruhe und Stille am Nord-Ostsee-Kanal. © TA.SH

Schon bei der Anreise zum Glücksküstenschnack nach Rendsburg erlebe ich am Wegesrand solche Momente. Als Radexperte der TASH fahre ich mit dem Rad von Kiel nach Rendsburg. Ich nutze natürlich die kleinen Wege, auf denen ich die Landschaft und die Ruhe genießen kann. Auf den Nord-Ostsee-Kanal – kurz NOK – stoße ich in Landwehr. Hier benutze ich zum ersten Mal auf meiner Tour eine der vielen Pendelfähren, die nahezu rund um die Uhr die Querung sicherstellen. Später fahre ich direkt am Ufer des Kanals. Den Streckenverlauf ab der Stadtgrenze Kiel kann sich jeder Urlauber im Radroutenplaner Schleswig-Holstein planen.

Tollen im Heu

Tollen im Heu © TA.SH

Zum Übernachten haben wir das Design-Hotel 1690 ausgewählt, dass sich speziell auf die Bedürfnisse der Radfahrer eingestellt hat und entsprechend vom ADFC als Bett+Bike-Betrieb ausgezeichnet wurde. Der Fahrradabstellraum liegt praktischerweise direkt neben dem Eingang und bietet auch die Möglichkeit, ein E-Bike aufzuladen. Später berichten auch Guido Froese vom Nordkolleg Rendsburg und Dirk Naeve von der Heuherberge Naeve davon, dass viele Radfahrer bei ihnen übernachten. Bei der Heuherberge in Sehestedt ist es inzwischen sogar die Hälfte der Gäste, die entweder eine der Heukojen oder eins der Zimmer beziehen. Viele Urlauber folgen dabei der NOK-Route, die von Brunsbüttel bis nach Kiel führt. Bewegung in der Natur und dann in die Heuherberge, das ist ein etwas anderer Urlaub.

Selbstgemachtes aus dem Café Kleiner König

Selbstgemachtes aus dem Café Kleiner König © TA.SH

Radfahrer waren es auch, die Birthe Schaaf vor einigen Jahren veranlasst haben, das Café Kleiner König ins Leben zu rufen. Immer wieder wurde die Raumausstatterin gefragt, wo man denn in Klein Königsförde einkehren könnte. Mehr, als einen privaten Kaffee anzubieten, blieb ihr da nicht, so dass sie nun schon im fünften Jahr ein kleines, schmuckes Café betreibt. Immer am Wochenende im Sommerhalbjahr gibt es selbst gebackenen Kuchen. In der Woche polstert Birthe Schaaf im hinteren Teil und unterrichtet zudem angehende Raumausstatter an der Landesberufsschule. Heute hat sie aber extra für uns geöffnet und serviert uns herrliche Stücke Erdbeerkuchen. Ich lasse mir für meine Kollegin Katharina Trabert ein Stück einpacken, da ich sie später treffe. Sie wird sich freuen!

Gönna Hamann und Rabea Stahl vom Schleswig-Holstein Binnenland Tourismus e.V. sind inzwischen zu uns gestoßen, um uns auf unsere Tour zu begleiten. Für das Binnenland ist Rad fahren ein zentrales Thema.

Eigentlich wollten wir uns unseren Kuchen “erarbeiten” und von Sehestedt zur Klein Königsförder Schleuse am Alten Eiderkanal radeln, um anschließend in Krummwisch einzukehren. Eine schöne Tour direkt am Kanal entlang (und toll beschrieben im Freizeitportal Mittelholstein). Nun gewittert es aber leider und wir verzichten besser auf die 8,4 km lange Radtour.

Ich setze mich aber später wieder aufs Rad, um die 40 km von Rendsburg nach Kiel zurück zu radeln. Dabei spüre ich die Natur noch intensiver als sonst, denn alle Welt schaut offensichtlich Fussball, es ist WM, und die Straßen und Orte sind menschenleer. Zurück führt mich meine Route nicht am NOK entlang, sondern um den Westensee herum. Selbst die Badestellen dort sind nahezu verwaist.

Unsere Kolleginnen vom Binnenland Tourismus, Rabea Stahl und Monika Heise

Unsere Kolleginnen vom Binnenland Tourismus, Rabea Stahl und Monika Heise © TA.SH

Es gewittert stark, wir hätten sonst einen Abstecher gemacht zur 501,53 Meter langen Sitzbank am NOK. Bis 2007 war sie die längste Bank der Welt! Nun wurde zur Aufholjagd geblasen, so dass Rendsburg den Titel für die längste Bank Europas zurückholt. Auf der Bank lässt sich natürlich prima pausieren bei einer Radtour durch das Binnenland Schleswig-Holstein. Auch der Sinnweg wird von uns nicht mehr beschritten, der zwischen der alten Lotsenstation Nübbel und dem Kreishafen Rendsburg auf der NOK-Nordseite (3,4 km) und zwischen der Lotsenstation Rüsterberge und dem Eingang des Fußgänger- und Radfahrertunnels auf der NOK-Südseite (6,3 km) verläuft. Auf den Rückseiten von Grabsteinen wurde „Sinniges“ geschlagen und verleitet Fußgänger und Radfahrer immer wieder zum Stopp. Auch Monika Heise und ihr Team haben einen der bisher 21 Sinnsteine geschaffen, natürlich passend zum Thema Urlaubsreise, den „Reise-Stein“.

Breitbahnlächeln kann ich auf meiner Rücktour nicht mehr sehen, das findet jetzt sicher vor den Fernsehern statt.

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