Danke, Ben

und mit dem Kanu auf der Treene
Los geht es!

Los geht es! © TA.SH

„Da will ich hin.“ Meine Reiseentscheidung ist gefallen. Sie basiert auf einem Handyfoto. Das Foto habe ich im Juni bekommen. Von Ben, einem guten Freund. Der war mit seinen Kumpels unterwegs: Kanufahren auf der Treene. Klar, dass man bei der Aktivität an mich denkt! Hat mich gefreut. Wirklich spannend aber war das Foto an Land: ein roter Bauwagen als Unterkunft, in Bens WhatsApp-Nachricht beschrieben als „extrem sturmsicher“ und „alles schön sauber, große Feuerstelle und Feier- bzw. Trockenzelt bei Regen“. Ist mal etwas Anderes. Und klingt ein bisschen nach Abenteuer. Das gefällt mir. Los geht es also, zum Treene Camp Horn!

Angekommen im Herzen unseres Glückswachstumsgebiets, ungefähr zwischen Schleswig und Husum auf dem Lande, bin ich überzeugt, die richtige Reiseentscheidung getroffen zu haben: mit Camp-Chef Sönke Horn kommen wir gleich ins Plaudern – und müssen schmunzeln: Claudia darf die „Honeymoon-Suite“ beziehen. Das ist Bauwagen Nummer sechs – klein, gemütlich, mit Doppelbett. Meine Nummer fünf nebenan bietet Platz für vier Personen. Es gibt sogar eine Sitzecke. Nett!

Andreas Domizil

Andreas Domizil ©TA.SH

Mutti hängt Wäsche auf! ©TA.SH

Mutti hängt Wäsche auf! ©TA.SH

 

 

 

 

 

 

 

Viel Zeit zum Einrichten aber bleibt uns nicht: wir haben einen Grill vorbestellt, bei Lothar, dem Nachbarn von Sönke. Der betreibt die Dorfkneipe, ist schwer beschäftigt: es ist Dart-Abend in Esperstoft. Zum Glück ist schon alles für uns vorbereitet, der Grill fertig mit Kohle bestückt: „Ihr müsst nur noch das Feuerzeug an den Anzünder halten und warten.“ Einfacher könnte es kaum sein. Denken wir, ziehen den Grill vor unser Trockenzelt (es regnet, die große Feuerstelle testen wir beim nächsten Mal, heute wählen wir die Indoor-Variante) und warten. Es ist inzwischen dunkel. Wir haben Hunger. Und wir warten auf die Glut. Die will nicht so recht. Wir erinnern uns an all die Tricks, die uns von Grillpartys und Familienfesten im Gedächtnis geblieben sind. Jedes Aufglimmen lässt uns hoffen. Vergebens. Ich bin drauf und dran, den Campingkocher anzuwerfen und meine Wurst zu braten. Neben dem Zelt knackt es. „Aaaaah!“ Claudias Aufschrei erinnert mich daran, dass wir ja Abenteuer wollten. Das kommt noch nicht, dafür unser Camp-Chef, der einfach nochmal nach dem Rechten sieht. Welch ein Glück! Und unsere Rettung: wir lachen über uns selbst, schauen Sönke beim fachmännischen Grillen zu und sind, zugegebenermaßen, ganz schön dankbar, als wir endlich am Tisch sitzen – mit heißer Grillwurst vor uns auf den Tellern. Der Regen plätschert monoton aufs Zeltdach. Wir klönen und entspannen – bis es irgendwann doch Zeit wird, in die Schlafsäcke zu kriechen. Ob wir morgen wohl mit Sonnenschein in den Tag und unsere Paddeltour starten werden…? Egal, wie es kommt: der Ausflug hat sich schon jetzt gelohnt. Danke, Ben, für diesen Tipp!

Grillversuch ©TA.SH

Grillversuch ©TA.SH

Guten Morgen ©TA.SH

Guten Morgen ©TA.SH

Oder wie siehst Du das Claudia, so als Stadtmaus?

„Noch fünf Minuten“, rufe ich am nächsten Morgen unserem Shuttle-Fahrer zu und werfe wie wild die letzten Sachen für unsere Kanu-Tour zusammen – ein Morgenmensch war ich wirklich noch nie! Aber dank unseres wunderbaren Fahrers (Geheimtipp: Taxi Buschke aus Idstedt) kommen wir nur wenig später in Langstedt an. So wie wir machen es viele Besucher, ganz entspannt mit Taxi zur Anlegestation und dann per Kanu wieder zurück ins Camp.

Spiegelei deluxe ©TA.SH

Campingkocher – Spiegelei deluxe ©TA.SH

Stärkung vor der Tour ©TA.SH

Stärkung vor der Tour ©TA.SH

Hier wartet schon Andreas Marenholz von Nordkanu auf uns! Ob für Tagestouren oder auch wochenweise, Andreas vermietet die Boote und bringt sie zu den angebotenen Anlegestellen auf Treene, Eider, Sorge und Loiter Au. Das nenne ich Service.

Glücksmoment ©TA.SH

Glücksmoment ©TA.SH

 

 

 

 

Eine Einweisung brauchen wir dank Paddel-Profi Andrea nicht. Nur noch schnell eine Schwimmweste für mich (Andrea hat ihre eigene mitgebracht), die Wertsachen in den Tonnen verstaut und schon sind wir startklar. Doch etwas skeptisch beäuge ich, wie Andrea locker flockig ins Kanu steigt und lospaddelt. Nun ja. Es hilft nicht, jetzt bin ich dran. Noch mal schnell umgedreht, ob keiner zuschaut und wenig grazil sitze ich im Boot.

Vorsichtig teste ich das Paddel und die Beweglichkeit des Kanus aus: links, rechts, links, rechts … Ich glaube jetzt hab ich es! Los geht es: Ziel ist Esperstoft– das sind knapp 14 Kilometer.

Wir fahren mit der Strömung, das ist sehr angenehm. Durch die gestrige Regenflut ist der Wasserstand der Treene sehr hoch, so haben wir einen wunderbare Blick über das Flussufer und sehen viel von der Landschaft: Weite und Kühe. Jetzt in der Nebensaison ist es herrlich ruhig und für mich ist die ganze Tour ein wahrer Glücksmoment.

 

Bruchlandung ©TA.SH

Bruchlandung ©TA.SH

P1060677

Attacke ©TA.SH

Blickkontakt ©TA.SH

Blickkontakt ©TA.SH

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Strecke ist gekennzeichnet durch ein sehr kurviges Flussbett, eine Herausforderung! Nach einigen Bruchlandungen hab ich den Dreh raus, Paddel mit Schmackes auf der Innenseite als Bremse nutzen und schon klappt es. Was weniger klappt sind meine Manöver unter den Bäumen hindurch. Gefühlt nehme ich jeden herabhängenden Ast mit – was Andrea sichtlich amüsiert. Wenig später erwischt es auch sie, meine Überholattacke geht schief und ich dränge sie – wirklich aus Versehen – ans Ufer samt Wasserschwung in ihr Kanu. Ich sollte mich jetzt schnell aus dem Staub machen.

Der Profi am Paddel ©TA.SH

Der Profi am Paddel ©TA.SH

Auf der Route ist in regelmäßigen Abständen Anlaufstellen für Pausen. Das nutzen wir gleich aus und machen ein Picknick. Und dann fallen Andrea und mir immer wieder die kleinen süßen Schilder für die Paddler auf, die uns die verschiedenen Campingplätze und Anlaufstellen ausweisen. Hier wurde an alles gedacht!

Alles in Sicherheit ©TA.SH

Alles in Sicherheit ©TA.SH

Mittagspause ©TA.SH

Mittagspause ©TA.SH

Picknick ©TA.SH

Picknick ©TA.SH

Irgendwo im Wald ©TA.SH

Irgendwo im Wald ©TA.SH

 

 

 

 

 

 

Kurz vor Ende werden auch meine Arme langsam müde und ich freue mich, als endlich unser Schild „Treene Camp Horn“ zu sehen ist. Am Steg wartet schon Andreas auf uns! Wir Mädels haben zu viel gequatscht und uns Zeit gelassen. Gemeinsam tragen wir die Boote zum Anhänger und dann geht es mit etwas Stolz zum Camp. Dort stehen wir plötzlich vor den Nachbarn von Sönke, die es sich hier in der Sonne gemütlich gemacht haben. Spontane Partys sind ja immer die besten und damit sitzen Andrea und ich gleich mitten in dieser witzigen Runde. Ein gelungener Abschluss einer aufregenden Tour!

Am Ziel ©TA.SH

Am Ziel ©TA.SH

Fazit dieser Tour: als Stadtmaus hab ich mich gar nicht so schlecht geschlagen, Paddeln wird ab sofort ins Freizeitprogramm aufgenommen, Grillen kann ich definitiv nicht und wir haben großartige neue Freunde in Esperstoft gefunden! 

1 Antwort

  1. Klingt wie ein wirklich toller Tag von der Art, die man nicht nur genießt, sondern nach denen man sich auch ein bisschen größer fühlt, weil man alles so prima gemeistert hat!
    Auch auf der Eider kann man wunderbar paddeln und rudern und dabei Graureiher, Störche und mit etwas Glück neuerdings sogar Fischotter beobachten. Bei der Planung hilft die neue Freizeitkarte “Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge”, die nicht nur die Ein- und Aussetzstellen für Boote, sondern auch schöne Badestellen (z.B. in Süderstapel), Sportboothäfen, diverse Sehenswürdigkeiten und auch die Fernradwege zeigt, die durch unsere bemerkenswerte Landschaft führen.

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