Drei auf einen Streich: Städtetour mit dem Campervan

unternimmt einen Städtetrip auf vier Rädern

Ich beobachte die Segelschiffe, die mein Wohnmobil auf dem Flensburger Industriehafen passieren. Ich entscheide mich, ohne richtiges Frühstück den Weg ins Zentrum anzutreten, denn dort soll es tolle dänische Bäckereien geben. Die Sonne glitzert auf dem Wasser, als ich dem Fahrradweg in die Stadt folge. Das Panorama von Flensburg, bestehend aus alten Gebäuden und Schiffen, präsentieren sich vor einer imposanten Wolkendecke! Nur zehn Minuten benötige ich, um das Ende des Hafenbeckens zu erreichen, an dem sich die Altstadt anschließt. Zu Fuß tauche ich in dessen Gassen ein. Ich schlendere vorbei an Souveniergeschäften, Cafés und Antikläden. Ein Hauch von Skandinavien liegt in der Luft. Vermutlich, weil ich direkt vor der “Migges Danish Bakery” stehe. Natürlich gehe ich hinein, um eine Tüte Leckereien für den Tag zu erstehen. Während ich in meinen Puddingkringel beiße, höre ich der Anekdote des vorbeigehenden Stadtführers zu: Die Schuhe, die dekorativ über Leinen entlang der Norderstraße baumeln, sind mittlerweile das beliebteste Fotomotiv Flensburger Touristen. Warum die Schuhe dort baumeln, ist bis heute ein Mysterium. Es gibt viele Erzählungen: Vom Schuster der nach Aufgabe seines Geschäftes die letzten Schuhe hinauf geworfen hat, bis zum genervten Ehemann der die stinkenden Schuhe seiner Frau entsorgte.

Hängende Schuhe in der Flensburger Norderstrasse © TA.SH

Hängende Schuhe in der Flensburger Norderstrasse © TA.SH

Im Neptun Hof verbirgt sich das Café Strandgut.  Das Ambiente in Weiß und Mint wirkt fast mediterran. Mein Weg führt mich zurück zum Hafen. Inmitten der Traditionssegler startet die MS Viking zu einer Rundtour um die Ochseninseln. Auch ein Zwischenstopp in Glücksburg ist möglich. Segelboote gleiten aufgrund des fehlenden Windes still neben uns her. Auf dem Rückweg begegnen wir der Alexandra, einem traditionellen Dampfschiff, welches uns mit Pfeifen begrüßt.

Zurück am Hafen nutze ich den Nachmittag, um die Promenade entlang zu schlendern. Bei Ben’s Fischhütte versorgen sich hungrige Besucher mit dem letzten Fischbrötchen vor der Grenze, so der Werbebanner. Ich hingegen genieße den Ausblick auf die alten Segelschiffe, die wie in vergangenen Tagen an den Hafenmauern liegen. Am nächsten Morgen säumt ein strahlend blauer Himmel meine Aussicht vom Ostufer der Kieler Förde. Ich habe Flensburg hinter mir gelassen und erkunde heute die Landeshauptstadt Schleswig Holsteins. Vom Campingplatz Möltenort erblicke ich den Leuchtturm Friedrichsort, der sich auf der anderen Uferseite emporhebt. Ich entspanne mich bei offener Hecktür und beobachte die Containerschiffe, die Kurs auf den Nord-Ostsee-Kanal nehmen. Es ist noch früh, als ich mit dem Rad Richtung Heikendorf fahre. Die Ruhe, die über den kleinen Buchten entlang des Weges liegt, treibt mich dazu, die Schuhe in den Sand zu werfen und die Füße in das das Wasser zu stecken. Einige Frauen ziehen bereits ihre Bahnen. Am Möltenorter Strand erwacht gerade das Strandhaus: Ein liebevoll gestalteter Café-Pavillion mit Eiswagen. Ich erreiche den Heikendorfer Hafen, wo ich auf die Fähre nach Kiel warte. Es geht zum Anleger Reventlou auf der Westseite der Förde. Der Anleger befindet sich auf der bekannten Kiellinie, der ich Richtung Nord-Ostsee-Kanal folge. Doch anstatt diesen durch die Hochbrücke zu überqueren, nutze ich die Personenfähre, die von Ufer zu Ufer pendelt. Auf der anderen Seite angekommen benötige ich nur wenige Minuten bis zum Thiessenkai. Mein Ziel ist das Schiffercafé, welches in der Vergangenheit, die Seefahrer

Die grüne Einrichtung des Schiffercafés © TA.SH

Die grüne Einrichtung des Schiffercafés © TA.SH

die durch den Nord-Ostsee-Kanal fuhren, mit Werkzeug, Haushaltsmitteln und Co. versorgte. Heute ist es ein beliebter Treffpunkt und besticht mit seiner alten, grünleuchtenden Einrichtung. Am Kai liegen Traditionssegler, die sich für die nächste Reisegruppe vorbereiten. Ein buntes Treiben sorgt für gute Stimmung an diesem Sonntag. Zurück in der Stadt nutze ich die Walk & Explore Kiel App. Obwohl ich in Kiel wohne, lasse ich mich immer noch gerne von der Stadt überraschen. Ich entscheide mich für einen Spaziergang durch den alten Botanischen Garten. Am höchsten Punkt, befindet sich ein Pavillon mit einer Kuppel. Im Winter, wenn die Bäume karg sind, liebe ich es, von dort auf die Förde zu blicken. Mein Weg führt mich entlang des Schlossgartens, des kleinen Kiels und des Klostergarten. Vom Anleger des Schlossgartens erwische ich die Fähre zurück ans Ostufer. In Möltenort angekommen, lasse ich den Sommerabend ausklingen und beobachte die großen Fährschiffe bei Ihrer Ausfahrt auf die Ostsee.

Am dritten Tag meiner Reise erreiche ich Lübeck. Ich liebe die Stadt mit ihren Türmen und Ganghäusern. Bei 20 Grad nutze ich die Chance, um draußen zu frühstücken. Das “Café Fräulein Brömse ist versteckt im Hof des Europäischen Hansemuseums. Hier arrangieren sich moderne Möbel mit Blumentellern und Gräsertapeten. Das Frühstück erreicht mich liebevoll angerichtet. Die Marmeladen sind mein absoluter Geheimtipp! Ich schlendere durch die Gassen der Altstadt. Die Fleischhauer- und die Hüxstraße sind ideal, um zu bummeln. Ich mache mich auf den Weg zurück zum Campervan den ich bereits auf dem Wohnmobilplatz an der Trave geparkt habe. Mit dem Fahrrad geht es ins Naturreservat “Schellbruch“. Ganz allein stehe ich an der Trave und genieße die Ruhe. Der kleine Weg folgt dem Gewässer und führt mich durch die Schilf-Landschaft. Von einem Aussichtspunkt sehe ich hunderte Gänse auf einer der Wiesen verweilen. Bei Sonnenschein lassen sich die kleinen Ponys, denen ich auf meinem Weg begegne, vergnügt von mir füttern.

Den Abend gemütlich in der Bar "Tonfink" ausklingen lassen © TA.SH

Den Abend gemütlich in der Bar “Tonfink” ausklingen lassen © TA.SH

Ich mache mich auf den Weg zum Tonfink, einer Bar in der Großen Burgstraße. Hier finden regelmäßig Konzerte von Musikern statt, die noch für den „Hut“ spielen! Oder wie im Tonfink für eine schwarze Mops-Spardose, die das Geld der Zuschauer einsammelt. An diesem Abend spielt Lion O. King, ein Musiker der so gerne Amerikaner wäre, dass er einen perfekten Akzent auf der Bühne darbietet. Neben dem Akzent besticht er auch durch sein Können. Mit wunderschönen Gitarrensound versüßt er mir den Abend bei Bier und Salzstangen in Lübecks Kulturcafé.

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