Elbschätze

unterwegs in Glückstadt

Gedankenverloren blicke ich in das leinenfarbene Tuch, das, fest zwischen blankem Holz und Tauen eingespannt, über meinem Kopf im leichten Wind hin- und herschwingt. Das Tuch gehört zu Deutschlands ältestem, noch unter Segeln fahrendem Segelschiff: es trägt den schönen schwedischen Mädchennamen “Rigmor“, ist seit 1853 im Einsatz und heute unser Entspannungsort.

Ein echter Seemann: Chefskipper Reiner

Ein echter Seemann: Chefskipper Reiner © TA.SH

“Klar machen zum Segel setzen!” Skipper Reiner und seine Crew reißen mich sanft aus den Träumereien, der Baum fliegt über mich hinweg. Wir kreuzen. Ich habe uneingeschränkten Blick auf den Elbsand Rhinplate, auf ein grünes Idyll, hinter dem genau in diesem Moment die oberen Containerlagen der riesigen Nyk Line auftauchen. Dort verläuft die Fahrrinne. Dort treffen sich Containerriesen und Kreuzfahrtgiganten auf ihren Wegen von und nach Hamburg.

Backsteinromantik

Backsteinromantik © TA.SH

Ganz dicht dran an diesem Gefühl von Welt und dabei doch so heimelig und voller Überraschungen – so lernen wir heute Glückstadt kennen. Bei einem Becher Milchkaffe genießen wir die Gemütlichkeit der Bücherstube. Wir erkunden romantische Gassen und atmen Momentaufnahmen mit pittoresken Häuserfronten, liebevoll verzierten Portalen und mannshohe Malven in allen nur denkbaren Rot- bis Rosatönen ein.

Dabei versuchen wir, diese Bilder in Einklang zu bringen mit der bisweilen rauen deutsch-dänischen Geschichte der Stadt. Diese beginnt 1617; das Jubiläumsjahr 2017 ist bereits in Vorbereitung, wie uns Tourismuschefin Sandra Kirbis verrät.

Ein Stadtrundgang, der echt gute Laune macht

Ein Stadtrundgang, der echt gute Laune macht. © TA.SH

Wir gehen mit unserem Stadtführer, der zwischen faszinierend sicherer Darstellung von Zahlen, Daten und Anekdoten kaum Luft zu holen scheint, durch die Straßen. Andrea Gastager, meine Marketingkollegin Claudia Mank und ich lernen, dass Glückstadt – ebenso wie Rendsburg – als Radialstadt erbaut wurde. Wir stellen uns vor, wie es klingt, wenn im barocken Wasmer-Palais in nahezu intimer Atmosphäre Kammerkonzerte erklingen. Und wir notieren uns den Samstag, 23. August 2014: dann nämlich wird die Glückstädter Stadtkirche Spielstätte des Schleswig-Holstein Musik Festivals sein.

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© TA.SH

Mit aktivem Männer- und Shantychor, mit seit 1624 jede Dienstag und Freitag stattfindendem Wochenmarkt und mit typisch schleswig-holsteinischen Gerichten wie Rübenmus, Schwarzsauer und Fliederbeersuppe, die im “Kleinen Heinrich” serviert werden, ist Glückstadt trotz seiner recht jungen Geschichte ein Ort voller Tradition. Auch die Matjeswochen im Juni gehören zu dieser Tradition. Im Gespräch mit Bürgermeister Blasberg und Ralf Krüger, dem Vorsitzenden des Verkehrs- und Gewerbevereins Glückstadt e.V., bekommen wir ein anschauliches Bild der bunten Feierei – und freuen uns darüber, einmal mehr einen Blick hinter die Kulissen von Tourismus- und Stadtmanagement werfen zu dürfen.

Am Binnenhafen

Am Binnenhafen © TA.SH

Am hübschen Binnenhafen stehend, stellen wir uns vor, wie traumhaft es sein muss, von der direkt am Ufer gelegenen Jugendherberge zu Radtouren entlang der Elbe, hinein ins grüne Binnenland zu starten.

Wir plaudern mit Olaf Prüß, dem Chef von Holstein Tourismus e.V., über’s Radfahren und über so viel mehr Aktivitäten, die Unterelbe und Auenland zu bieten haben.

Auf der "Rigmor"

Auf der “Rigmor” © TA.SH

Während uns der Elbstrom nach unserem kleinen Segeltörn zurück Richtung Außenhafen treibt, ertappe ich mich bei dem Gedanken, wie großartig es doch wäre, genau in diesem Moment im echten Urlaub zu sein, die Zeit zu haben, Auf- und Ablaufen des Wassers vom Ufer aus zu beobachten, grob gestreifte Elbmuscheln in hellem Braun und Blauschwarz aus dem trockenfallenden Sand zu picken – und vielleicht auch einfach noch ein bisschen länger an Bord der “Rigmor” zu verweilen.

Eine Premiere für uns alle: Matjessushi

Eine Premiere für uns alle: Matjessushi © TA.SH

Doch auf uns wartet schon bald die nächste Überraschung: Matjessushi im “Anno 1617“. Der Bogenschlag zwischen Tradition, Handwerk und Moderne, zwischen Glückstadt und der Welt ist hier ein weiteres Mal gelungen. Wir lassen den Tag Revue passieren, sind mehr und mehr begeistert von all den Schätzen, die uns Schleswig-Holstein in diesen Tagen präsentiert.

Feierabendgespräch mit Hans-Jörn Arp

Feierabendgespräch mit Hans-Jörn Arp © TA.SH

Ein perfekter Einstieg in den Tagesausklang – und in das Feierabendgespräch mit Landespolitiker Hans-Jörn Arp!

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