Große Auswahl, kleine Kleckse: In jedem steckt ein Künstler!

Kathleen Schmidt, Claudia Mank und und sind kreativ in Lübeck
Herzlicher Empfang direkt am Eingang. © TA.SH

Herzlicher Empfang direkt am Eingang. © TA.SH

Vorbei an alten Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und versteckten Hinterhöfen schlendern wir in Richtung Marienkirche. Wir erkennen vor lauter Nebel kaum die Kirchturmspitze. Doch hier irgendwo muss es sein. „Da!“, ruft Claudia, unsere Kollegin, uns zu. Tatsächlich. Mitten in der Lübecker Altstadt entdecken wir ein weißes Schild mit blauer Aufschrift und markantem Anker. Nein, wir besuchen weder ein Fischrestaurant noch setzen wir die Segel. Heute werden wir kreativ! Denn in der Kunstwerkstatt teller+tasse tauschen wir Tastatur gegen Pinsel.

Wir lassen die kalte Winterluft hinter uns und betreten einen großen Raum, in dem uns der Duft von Kaffee entgegenkommt. Sofort fühlen wir uns wohl. Nicht zuletzt weil das Vater-Tochter-Gespann uns mit einem herzlichen Lächeln willkommen heißt.

 

Kathleen hat Spaß! © TA.SH

Kathleen hat Spaß! © TA.SH

Anna, studierte Kommunikationsdesignerin, zeigt uns unseren heutigen Arbeitsplatz. Ein kleiner Tisch, eingedeckt mit einem Blatt, zwei Pinseln und dem unbehandelten Lübeck-Becher, aus sogenanntem Biskuitporzellan.

Claudia auch. © TA.SH

Claudia auch. © TA.SH

Los geht‘s! Ab an die Pinsel. Oder vielleicht doch erstmal mit dem Bleistift vorzeichnen? Ist wohl besser. Aber Vorsicht: mit Haushaltspapier halten wir den Becher, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. So kann die Farbe später problemlos von der Keramik aufgenommen werden. Alles ausgeblendet vergessen wir fast einen Moment lang Rüdiger, Vater von Anna und Inhaber des Geschäfts, der uns ganz entspannt am Tisch kreativ werden lässt.

Aufgeregt setzt sich Claudia, unsere „Bastel- und Strick-Königin“, zu uns. „Seht mal, was ich gefunden habe! Den will ich auch.“ Mit großen Augen blickt sie Anna an, die im selben Moment zielsicher zum Blaupapier greift. Claudias Traum wird wahr: ihre heiß ersehnte Flamingo-Tasse ist nur ein paar Pinselstriche entfernt.

Schritt für Schritt entsteht Bernds Zwilling, der Bernhard. © TA.SH

Schritt für Schritt entsteht Bernds Zwilling, der Bernhard. © TA.SH

Apropos Pinsel: Nun kommt endlich Farbe ins Spiel. Vorsichtig zeichnen wir feine Blumenlinien, tupfen mit einem Schwamm den türkisfarbenen Ozean oder lassen durch einfaches Runterlaufen der Farbe Zufallsprodukte entstehen.

Kathleen ist konzentriert. © TA.SH

Kathleen ist konzentriert. © TA.SH

Sina in ihrem Element. © TA.SH

Sina in ihrem Element. © TA.SH

Anna zeigt uns ein Stück, bei dem sie mit Klebeband ein Muster geschaffen hat. Doch wir entscheiden uns, auf jegliche Hilfsmittel zu verzichten. Und siehe da, unsere krakeligen Skizzen nehmen Form an. Eins ist sicher: Wir haben Spaß! Denn zum Glück sind die Farben abwaschbar und ungiftig. Kleckern ist erlaubt.

Vorsicht heiß! Nur der Chef darf ran. © TA.SH

Vorsicht heiß! Nur der Chef darf ran. © TA.SH

Der letzte Schliff ist Chefsache. Rüdiger zeigt uns den Brennofen, in dem die Schrühware
(die gebrannten, weiße Rohlinge) in 18 Stunden Brenndauer bei 1050 Grad fertiggestellt werden. Nur noch die Glasur und voilà, fertig sind die Keramikstücke – einsatzbereit für die schönen Dinge im Alltag. Ein farbenfroher Becher für den morgendlichen Kaffee, eine Dose in Muffinform für den Zucker oder ein Teller mit kleinen Babyfußabdrücken als individuelles Geschenk. Ob Firmenfeier, Geburtstag oder Junggesellenabschied, Rüdiger und Anna geben euch tolle Möglichkeiten, schöne Erinnerungsstücke zu gestalten. Die 20 Tische bieten Platz für viele kreative Köpfe, vom Baby bis zum Senior. Bei großen Gruppen seid ihr mit einer Reservierung
auf der sicheren Seite. In den Workshops könnt ihr zudem die Blubber- oder Konfettitechnik ausprobieren.

Annas Werke, wir sind beeindruckt. © TA.SH

Annas Werke, wir sind beeindruckt. © TA.SH

Viele bunte Meisterwerke. © TA.SH

Viele bunte Meisterwerke. © TA.SH

Doch was uns am meisten fasziniert, ist die Geschichte, die hinter der Entstehung der Kreativwerkstatt steht. Rüdiger, der früher viel unterwegs war, entdeckte zufällig bei einem Besuch in Wien im Hinterhof einen Laden, in dem Porzellan bemalt wird. Prompt schnappte er sich einen Pinsel und probierte es selbst aus. Das ist es! Ein Nischenprodukt, das die Norddeutschen begeistern wird. Auf eigene Faust recherchierte er nach weiteren Läden und Material, lernte in Graz mehr über das Handwerk und landete schließlich in Italien. Dort ließ er sich von ersten Kommunikationsschwierigkeiten nicht entmutigen. Und wie es der Zufall will: ein kurzer Kneipenbesuch und ein „Dolmetscher“ war gefunden. Dieser half ihm den Ursprungsort des Porzellans zu finden. In der Toskana wird es gegossen, gebrannt und heutzutage nach Lübeck zu teller+tasse verfrachtet.

Große Auswahl, kleine Kleckse: Meisterstücke selbstgemacht. © TA.SH

Große Auswahl, kleine Kleckse: Meisterstücke selbstgemacht. © TA.SH

Wir freuen uns, dass es das Handwerk auf diesem Weg nach Norddeutschland geschafft hat. Denn es ist mehr als das! Während wir an unseren Unikaten getüftelt haben, konnten wir komplett abschalten. Wer nur zu Hause die Ruhe finden kann, um richtig kreativ zu sein, nutzt das Angebot „Keramik to go“. Das heißt, alles wird eingepackt, damit ihr die von euch gewählten Keramikprodukte in den eigenen vier Wänden gestalten könnt. Das fertige Kunstwerk bringt ihr wieder ins Geschäft, wo es gebrannt und glasiert wird. Und ihr werdet merken: Einfach mal die Gedanken schweifen lassen, sich Zeit nehmen und am Ende sein persönliches Unikat in den Händen halten – das ist Glück.

Unser Tipp: Ihr könnt auch Einzelstücke, von Anna persönlich bemalt, im Laden erwerben.

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