Mit der Bahn von Kiel nach Lübeck

Gastautor unterwegs in der Holsteinischen-Schweiz
Ausblick über die Seenlandschaft entlang der Bahnstrecke © Bernhard Wewers

Ausblick über die Seenlandschaft entlang der Bahnstrecke © Bernhard Wewers

Was die Schönheit des Herbstes – und die des echten Nordens – ausmacht, das erlebe ich dieser Tage im Osten des Landes. Zwischen Kiel und Lübeck. Hier mit der Bahn zu fahren, könnte fast Selbstzweck sein. Ich entscheide mich für einen Sitzplatz auf der rechten Seite. Spätestens ab Preetz fällt es dann schwer, weiterhin in den eigentlich spannenden Krimi zu schauen. Lanker See, Kührener Teich, später die Plöner Seen, Behler See, Dieksee…

Buntes Laub in der Holsteinischen Schweiz © Bernhard Wewers

Buntes Laub in der Holsteinischen Schweiz © Bernhard Wewers

 

Vom Wind bewegtes Wasser, nur noch einzelne Boote, die hier und da im warmen Licht der Herbstsonne leuchten. Und überall die nun fast regenbogenbunten Bäume des Nordens. Die Holsteinische Schweiz zeigt sich von ihrer schönsten Seite – mit Seen, Knicks und Wäldern.

Wahrscheinlich hat die Bahn sogar einiges mit dem Namen „Holsteinische Schweiz“ zu tun. Denn am Kellersee, an der alten Bahnstrecke Malente – Lütjenburg, stand einst der Bahnhof „Holsteinische Schweiz“ – benannt nach dem gleichnamigen Hotel des Kaufmanns Johannes Janus. Und nachdem schon das Hotel diesen Namen trug und dann der Bahnhof, setzte der Name sich für die ganze Region durch. Und heute steht die alte Bahnsteigüberdachung vom Bahnhof „Holsteinische Schweiz“ am Plöner Bahnhof.

Der Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen © Bernhard Wewers

Der Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen © Bernhard Wewers

Bei aller Freude an der Nostalgie bin ich aber doch froh, heute pünktlich mit modernen Triebwagen und nicht mehr mit Dampfzügen unterwegs zu sein. Die Fahrt zwischen den beiden größten Städten des Landes dauert heute 68 Minuten, bald wird sie noch etwas schneller. Wenn ich aus dem Fenster schaue, bedaure ich das fast ein wenig. Aber natürlich gehört zum Reisen auch dazu, irgendwann anzukommen. In Lübeck tu‘ ich das besonders gerne – der vor einigen Jahren restaurierte Bahnhof ist wirklich ein Schmuckstück. Aber darüber ein anderes Mal mehr.

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