Neujahr in Büsum

Begleitet unseren Glücksreporter auf seiner Tour in Büsum.

Es ist noch dunkel, als ich mich an diesem Sonntagmorgen von Kiel aus auf den Weg Richtung Nordsee mache. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich gerne noch ein bisschen länger im Bett geblieben wäre. Es ist nämlich nicht irgendein Sonntagmorgen, sondern der erste Morgen des Jahres 2017.

Auf dem Weg Richtung Nordsee. © Christoph Karrasch

Auf dem Weg Richtung Nordsee. © Christoph Karrasch

„Frohes neues Jahr“, murmele ich mir selbst zu, als ich irgendwo zwischen Rendsburg und Heide meine müden Augen im Rückspiegel entdecke.

Ich bin unterwegs nach Büsum. Man kann in Schleswig-Holstein so einige ruhige, entspannte Ausflüge an Neujahr unternehmen: Viele Museen haben geöffnet, es gibt Neujahrskonzerte in den großen Städten wie Flensburg, Kiel und Lübeck – und auch einige Tierparks öffnen ihre Pforten. Doch all das werde ich heute nicht erleben. Ich habe mich für Büsum entschieden, wo es an Neujahr alles Andere als ruhig und entspannt zugeht – dort habe ich ein Date mit meinem inneren Schweinehund.

Bis zu 10.000 Zuschauer lassen sich das Spektakel am Neujahrstag nicht entgehen. © Christoph Karrasch

Bis zu 10.000 Zuschauer lassen sich das Spektakel am Neujahrstag nicht entgehen. © Christoph Karrasch

Traditionelles Anbaden in Büsum

Seit 2003 findet hier am 1. Januar das traditionelle Anbaden statt. Warum mitten im Winter? Keine Ahnung. Ist das gesund? Ich weiß es nicht. Aber es kommt auf jeden Fall gut an: Jedes Jahr versammeln sich gut und gerne 10.000 Zuschauer auf dem Deich am Hauptstrand, um bis zu 500 Waghalsigen zuzusehen, wie sie sich bei fünf Grad Wassertemperatur in die Fluten stürzen. Das Besondere: Das Anbaden ist (natürlich) tideabhängig, und so kann es sein, dass das Spektakel mit DJ-Musik und Gastronomie im Dunkeln stattfindet, weil erst dann die Flut da ist.

Trotz eisiger Wassertemperatur stürzen sich jedes Jahr hunderte Waghalsige in die Nordsee. © Christoph Karrasch

Trotz eisiger Wassertemperatur stürzen sich jedes Jahr hunderte Waghalsige in die Nordsee. © Christoph Karrasch

 

Dieses Jahr allerdings ist es endlich wieder mal taghell. Um Punkt 15:30 Uhr gibt es den Startschuss zum Anbaden – ob ich tatsächlich auch in die Nordsee gesprungen bin, seht ihr hier in meinem Video.

Meine Urlaubsplanung 2017

Seit Weihnachten stecke ich übrigens in den Urlaubsvorbereitungen für 2017. Es gibt ein paar Reiseziele, die in der engeren Auswahl sind: der Gardasee und Büsum zum Beispiel. Da trifft sich meine heutige Stippvisite an der Nordsee ganz gut. Es ist nämlich lange her, dass ich mal hier war. Genau genommen kann ich mich an Büsum selbst überhaupt nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich von hier aus mal als Kind mit meiner Oma einen Tagesausflug nach Helgoland unternommen habe.

An der Kaimauer liegen die Ausflugsschiffe von Büsum, die sich im Sommer täglich auf den Weg zu Deutschlands einziger Hochseeinsel macht. Es ist ein kalter Neujahrstag. Der stramme Wind beißt mir in die Nase, als ich vom Museumshafen Richtung Fischereihafen laufe.

„Ja, Büsum-Urlauber sind hart im Nehmen“, kommentiert Marianne Hanke. Sie arbeitet für den Tourismus Marketing Service Büsum und begleitet mich auf meinem Spaziergang. Da scheint tatsächlich etwas dran zu sein, denn trotz des kalten, rauen Klimas ist die Stadt gerade proppevoll. „Im Sommer ist hier natürlich immer was los – das wirst du sehen, wenn du dieses Jahr noch mal wiederkommst“, sagt Marianne grinsend. „Aber auch jetzt in den Weihnachtsferien haben wir eine Auslastung von fast hundert Prozent“. Ich staune.

Ein Besuch des Museumshafen darf natürlich nicht fehlen. © Christoph Karrasch

Ein Besuch des Museumshafen darf natürlich nicht fehlen. © Christoph Karrasch

Wir laufen an den Fisch- und Krabbenkuttern vorbei, denen zum Jahreswechsel eine Pause gegönnt wird. „2016 war kein gutes Jahr für die Krabbenfischer“, sagt Marianne im Vorbeilaufen. Und das stimmt: Nur halb so viele Krabben wurden gefangen wie üblich, die Preise haben sich teilweise verdoppelt. Das sehe ich auch am Preisschild im Fischgeschäft – Fischbrötchen: 2,50 Euro. Krabbenbrötchen: 5,50 Euro.

Wie es in diesem Jahr aussehen wird, ist schwer vorauszusagen. „Aber wenn du im Sommer wieder nach Büsum kommen solltest“, sagt Marianne, „kannst du ja mal auf Fangfahrt mit unserer MS Hauke gehen.“ Ich hatte ihr erzählt, dass ich gerade in der Urlaubsplanung stecke. Da kommen mir ein paar Ausflugstipps gerade recht.

Barrierefreies Büsum

Es ist sicherlich einfach eine Glaubensfrage, ob man sich für seinen Nordseeurlaub die Abgeschiedenheit der nordfriesischen Inseln aussucht, St. Peter Ordings weitläufigen Naturstrand oder eben die hervorragende Infrastruktur Büsums. Für alles gibt es Argumente. Das, was hier in Büsum in den letzten Jahren entstanden ist, bietet schlicht und einfach ein sehr breites und hochmodernes Angebot.

Die Familienlagune Perlebucht von oben. © Falcon Crest

Die Familienlagune Perlebucht von oben. © Falcon Crest

Vieles in Büsum ist barrierefrei geworden – das heißt, fast jede Strecke ist auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl passierbar. Die Wege sind kurz, der Hauptstrand schließt sich direkt an die Fußgängerzone im Stadtzentrum an und die modernisierte Familienlagune Perlebucht ist mit ihrem Gastronomieangebot, der Beach-Bar, Trampolinen, einer Surfschule und einem Kinderspielplatz so ausgestattet, dass man im Sommer den ganzen Tag dort verbringen kann, ohne etwas vermissen zu müssen. Und wenn das Wetter in den warmen Wochen ausnahmsweise mal nicht mitspielen sollte, muss man dank des Piraten Meer mit Wellenbad, Wasserrutsche und Saunalandschaft trotzdem nicht auf den großen Wasserspaß verzichten.

Genau das Richtige nach einem winterlichen Spaziergang. © Christoph Karrasch

Genau das Richtige nach einem winterlichen Spaziergang. © Christoph Karrasch

Von letzterem konnte ich mich an diesem kalten Neujahrstag schon selbst überzeugen, alles Weitere wird sich dann wohl im Sommer ergeben. „Ich glaube, die Entscheidung ist gefallen“, denke ich, als ich am späten Nachmittag wieder im Auto zurück nach Kiel sitze. Der Gardasee muss wohl noch warten.

„Frohes neues Jahr“, sage ich nochmal, als ich meine Augen erneut im Rückspiegel sehe – und bin schließlich doch froh, heute so früh aus dem Bett gekrochen zu sein.

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