Sommer, Sonne, Stars und Sternchen

in Bad Segeberg

Bei nahezu tropischen Temperaturen mache ich mich heute gemeinsam mit unserer Chefin Andrea Gastager nach Bad Segeberg. Zugegeben, als Schleswig-Holsteinerin verbinde ich mit dieser Stadt vor allem ein großes Möbelhaus und – natürlich – Karl May. Umso gespannter bin ich auf unsere Entdeckungstour!

Vor dem Rathaus empfangen uns Dirk Gosch, der hat hier den Hut für Kultur, Sport und vieles mehr auf und Mareike Werz, Azubi in der Tourist-Info. Sie ist die Organisations-Fee des Tages!

Lars Hinrichsen begrüßt uns im Museum Alt-Segeberger Bürgerhaus

Nils Hinrichsen begrüßt uns im Museum Alt-Segeberger Bürgerhaus. © TA.SH

Zusammen erkunden wir das benachbarte Museum Alt-Segeberger Bürgerhaus, wo uns der Hausherr, Nils Hinrichsen, durch die 2015 neu eröffnete Ausstellung führt. Das Haus ist nicht nur das älteste der Stadt, sondern auch das älteste Museumsgebäude Schleswig-Holsteins. Hier lassen wir uns von der Begeisterung des Historikers anstecken. Der Segeberger „Rathaushirsch“ oder auch das weltweit zehntgrößte Hirschgeweih hat hier sein Zuhause gefunden. Zu seiner Zeit hat sogar Kaiser Wilhelm II. einen zehnminütigen Zwischenstopp am Bad Segeberger Bahnhof eingelegt, nur um einen Blick auf das Geweih zu werfen. Der arme Mensch, der es dorthin tragen musste!

Wir lernen viel über die Entwicklung bürgerlicher Kultur

Wir lernen viel über die Entwicklung bürgerlicher Kultur. © TA.SH

An der Geschichte des Hauses, so erzählt uns Nils Hinrichsen, lässt sich die Entwicklung bürgerlicher Wohnkultur studieren. Als Volkskundlerin höre ich hier ganz besonders gut hin. „Was wir heute für selbstverständlich halten, kannte man im 16. Jahrhundert noch nicht. Deshalb hat damals niemand seine Privatsphäre oder das Essen mit Messer und Gabel vermisst.“ Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum es heißt „den Löffel abgeben“? Damals hat noch die ganze Familie aus einem Topf gegessen, jeder mit seinem eigenen Löffel. Wenn jemand starb, wurde der Löffel vererbt. So einfach ist das!

Der Kalkberg mit der historischen Siegesburg im Modell

Der Kalkberg mit der historischen Siegesburg im Modell. © TA.SH

Segeberg, woher kommt das eigentlich? Die Antwort erwartet uns im hinteren Teil des Gebäudes. Stolz präsentiert der Museumsleiter das große Stadtmodell, das er akribisch und mit viel Liebe selbst angefertigt hat. Es zeigt den historischen Kalkberg samt - na, raten Sie mal! – der Siegesburg. Von ihr ist heute nichts mehr zu sehen und auch vom Kalkberg selbst, der eigentlich ein Gipsberg ist, sind nur zehn Prozent erhalten geblieben.

Noch Stunden könnten unserem Gastgeber lauschen*, doch es geht weiter. Mit Bauamtsleiterin Antje Langethal und dem Stellvertreter des Bürgermeisters, Jens Lichte, wandert unsere Truppe zur neu gestalteten Seepromenade am Großen Segeberger See.

Andrea Gastager, Jens Lichte und Antje Langethal im Gespräch

Andrea Gastager, Jens Lichte und Antje Langethal im Gespräch. © TA.SH

Hier kann man herrlich flanieren und verweilen. Sogar ein Kneippbecken für den Arm gibt es – eine Erfrischung, die ich an diesem warmen Tag gern ausprobiere. Während wir noch begeistert die großen Drehstühle mit Blick auf den See testen, hören wir ausgelassenes Kinderlachen – das Kneippbecken wird bei diesen Temperaturen auch schon mal als Planschbecken genutzt.

Mit dem Ruderboot von Familie Barth über den Großen Segeberger See

Mit dem Ruderboot von Familie Barth über den Großen Segeberger See. © TA.SH

Auch uns zieht es aufs Wasser! Umgeben von Seerosen schwimmt die Bootsvermietung der Familie Barth direkt auf dem See – ein märchenhafter Anblick. Auf Wunsch vermietet Betreiber Ronald Barth hier auch mal spät abends ein Ruderboot. Was für eine romantische Kulisse!

Per Ruderboot über den Großen Segeberger See

Per Ruderboot über den Großen Segeberger See. © TA.SH

Nach einer kurzen Pause mit kalten Getränken am kleinen Kiosk der Bootsvermietung entern wir die Boote. Während Mareike Werz und ich vom Schwiegersohn in spe über den See gerudert werden, paddelt Andrea Gastager lässig unsere männliche Begleitung – das macht hungrig!

Beglückt schlendern wir durch die Innenstadt zum Café Spindel, wo wir im schattigen Biergarten ein köstliches Mittagessen mit Landrat Jan Peter Schröder genießen. Kein Wunder, dass es so gut schmeckt – hier wird vor allem regional gekocht. Seit 2012 betreiben die Segeberger Wohn- und Werkstätten das Café. Es gehört zur denkmalgeschützten Wollspinnerei Blunck, die auch für Besucher geöffnet ist.

In der Eislotte gibt es selbstgemachtes Eis

In der Eislotte gibt es selbstgemachtes Eis. © TA.SH

Klönschnack in der Eisdiele

Klönschnack in der Eisdiele. © TA.SH

Als Nachtisch empfehle ich die Himbeerwolke bei Eislotte. Liebevoll selbstgemachtes Eis und die herrlich gepunktete Deko machen Freude. Genau das Richtige bei diesem Wetter!

Einen kühlen Kopf brauchen wir schließlich gleich bei den Karl-May-Spielen. Ob wir wohl Winnetou begegnen werden? Lesen Sie dazu mehr im Blog-Beitrag von Andrea Gastager.

Nach unserem Abenteuer im Indianerdorf wartet noch ein weiterer Star auf uns in der Fledermauswelt Noctalis: Foxi Flatterinchen.

Nach einem langen Tag geht unsere Entdeckungstour zu Ende. Beeindruckt von der Vielfalt werde ich zukünftig ganz bestimmt nicht mehr nur an meine Wohnungseinrichtung denken, wenn ich den Namen „Bad Segeberg“ höre, sondern an Sommer, Sonne und viele kleine und große Stars. Und vor allem an Menschen, deren Begeisterung sowas von ansteckend ist!

*Tipp für Kulturfreunde: Herr Hinrichsen führt auf Anfrage gerne durch das Museum.

2 Antworten

  1. Ein schöner kleiner Beitrag, gute Zusammenfassung unserer kleinen, aber feinen Kreishauptstadt :-) Und dann sehe ich am Ende sogar noch das Foto, das ich neulich für die zwei netten Damen an der Eislotte geschossen hatte, als sie mich so nett darum baten. War also gar kein Urlaubs-Erinnerungs-Foto und Journalismus ganz nah an der Basis ;-)

    • Lena Wulf Lena Wulf

      Lieber Herr Zwickis, vielen Dank für Ihren Kommentar und natürlich das Foto, das Sie für uns geschossen haben! Schön, dass es so wieder den Weg zu Ihnen gefunden hat. :-)
      Viele Grüße aus Kiel, Lena Wulf

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