Sonniger Stopover in Husum

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In meinem neuesten Videoblog nehme ich euch mit auf einen entspannten Ritt einmal quer durch Schleswig-Holstein: Gemeinsam fahren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Ostsee bis an die Nordsee – von Fehmarn nach St. Peter-Ording. Das geht tatsächlich an einem Tag, muss aber gar nicht sein. Viel mehr Sinn macht es natürlich, sich an den einzelnen Etappenzielen und Umsteigepunkten ein bisschen Zeit zum Bummeln und Erkunden zu nehmen.

Bahn nach Husum. © Christoph Karrasch

Bahn nach Husum. © Christoph Karrasch

Husum zum Beispiel ist der wichtigste Knotenpunkt für Bahnreisende, die an die Nordsee wollen oder von dort kommen. Hier treffen die Züge aus Richtung Ostsee bzw. aus der Landeshauptstadt Kiel auf die Verbindungen von Hamburg nach Sylt. Einmal pro Stunde wird es hier wuselig, wenn die Passagiere von Nord nach Ost und Süd nach West wollen – oder umgekehrt. Meistens klappt alles nach Plan, die Umsteigezeiten bewegen sich zwischen fünf und elf Minuten. Genügend Zeit also, um das Gleis zu wechseln.

Hafen ohne Wasser

Ich lasse auf meinem kleinen Bahntrip allerdings gleich mehrere Züge vorbeiziehen und nehme mir die Zeit, das beschauliche Husum zu erkunden. Die erste Sehenswürdigkeit, die mich zum Staunen bringt, liegt nur sechs Gehminuten vom Bahnhof entfernt: der Hafen. Warum ich hier staunen muss? Weil ich noch nie einen Stadthafen gesehen habe, der auf dem Trockenen liegt.

Hafen bei Ebbe. © Christoph Karrasch

Hafen bei Ebbe. © Christoph Karrasch

Das ist hier an der Nordsee natürlich kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis von Ebbe und Flut. Bei Ebbe zieht sich das Wasser nahezu komplett aus dem Husumer Hafen zurück und lässt die Schiffe für einige Stunden auf ihrem Kiel balancieren. Ein witziger Anblick! Wer Interesse an der Husumer und Nordseeschifffahrt hat, sollte dem Schifffahrtsmuseum Nordfriesland einen Besuch abstatten, das sich unweit der Hafenkante befindet. Hier gibt es alte Schiffsmodelle, ein Ruderhaus und sogar ein historisches Quermarkenfeuer (Leuchtturm) von der Insel Sylt aus dem Jahr 1904 zu sehen.

In der Rosenstraße wird dem Besucher nicht zu viel versprochen. © Christoph Karrasch

In der Rosenstraße wird dem Besucher nicht zu viel versprochen. © Christoph Karrasch

Die Stadt Husum zeigt Liebe zum Detail. © Christoph Karrasch

Die Stadt Husum zeigt Liebe zum Detail. © Christoph Karrasch

Es ist nicht schwer, sich auf eigene Faust in Husum fortzubewegen. Das Leben spielt sich rund um den Hafen ab, und wer mal einen Blick in die schmalen Seitengassen werfen möchte, kann sich vom Husumer Kulturpfad leiten lassen. 34 kleine braune Tafeln führen mich quer durch die Innenstadt zu den wichtigsten Kultureinrichtungen – wie dem Theodor-Storm-Haus und dem Weihnachtshaus, in dem das ganze Jahr über das Fest der Liebe gefeiert wird.

Einer der beiden hier ist der berühmteste Sohn der Stadt Husum. © Christoph Karrasch

Einer der beiden hier ist der berühmteste Sohn der Stadt Husum. © Christoph Karrasch

Shoppen, Schlemmen, Spazierengehen

Einer der Haupttreffpunkte der Einheimischen ist der Marktplatz. Wie ich feststelle, schlägt hier auch das Shoppingherz der Stadt. Rund um die Marienkirche befinden sich in der Großstraße, Krämerstraße sowie Norder- und Süderstraße vor allem die großen, bekannten Marken und Ketten. Wer lieber ein bisschen individueller shoppt, findet womöglich bei chicSaal, ebbe und flut, bei Beauty Horizon oder in der Buchhandlung Liesegang, wonach er sucht.

In Husum gibt es viele kleine, inhabergeführte Lädchen. © Christoph Karrasch

In Husum gibt es viele kleine, inhabergeführte Lädchen. © Christoph Karrasch

Mich zieht es zum Schluss meines Rundgangs noch einmal zurück an den Hafen. Im Husum Pub steht heute Matjes mit Bratkartoffeln auf der Speisekarte. Da kann ich nicht widerstehen – vielleicht um mich schon mal auf einen meiner nächsten Ausflüge vorzubereiten. Ich werde bald nämlich Glückstadt an der Elbe besuchen, wo ja bekanntlich der Original Glückstädter Matjes herkommt. Aber das ist noch ein Weilchen hin – erstmal genieße ich die Sonne hier unten am Husumer Hafen, in den das Wasser so langsam zurückfließt, und mache mich dann auf den Weg zurück zum Bahnhof, um meine aktuelle Mission zu erfüllen: einmal mit der Bahn von Küste zu Küste. Was ich da noch so alles erlebt habe, zeige ich euch hier in meinem Videoblog.

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