Stadtwald, Fluss und Meer. Auf deutsch-dänischer Spurensuche

erkundet das deutsch-dänische Grenzgebiet bei Flensburg

Wie die Zeit vergeht! Ein Jahr ist es her, seit das Team der TA.SH zuletzt in Flensburg zu Gast war. Nach Rum, Kaffee und der Ostseite der Förde steht heute die deutsch-dänische Geschichte im Vordergrund und damit die Westseite der Flensburger Förde.

Ist stolz auf sein junges Restaurant im historischen Gebäude: Lars Bendiksen.

Lars Bendiksen ist stolz auf sein junges Restaurant im historischen Gebäude. © TA.SH

Unser Weg führt uns zum Waldrestaurant Marienhölzung. Das klassizistische Gebäude aus dem Jahr 1825 liegt mitten im Flensburger Stadtwald. Bereits die Anfahrt durch das viele Grün ist entspannend; kein Wunder also, dass Marienhölzung mit seinen 22 Kilometern Wegenetz ein beliebtes Ausflugsziel der Flensburger ist.

Meine Kollegin Nina John, die rechte Hand unserer Chefin, und ich sind mit Gorm Casper, dem örtlichen Tourismuschef, und Sarah Schöning von der Gemeinde Harrislee zum Mittagessen verabredet. Gut gestärkt wandert es sich besser! Just einen Tag vor unserem Besuch eröffnete der traditionelle Gasthof mit neuen Betreibern, dem dänischen Ehepaar Lars und Anna Bendiksen. Für mich etwas Besonderes: Wir zählen zu den ersten Gästen, die das neue – dänische – Konzept testen.

Mmmmh. Das ist viel zu schön, um es zu essen!

Mmmmh. Das ist viel zu schön zum Essen! © TA.SH

“Die Dänen essen kleinere Portionen, dafür mehr und länger”, weiß Sarah Schöning, als wir neugierig die Speisekarte betrachten und überlegen, ob wir ein oder sogar zwei Gerichte bestellen. Drei Portionen empfiehlt der Hausherr! Doch wir fangen klein an: mit einem Gericht. Eine gute Wahl: Nach einer leckeren wie hübsch angerichteten Portion sind wir satt und zufrieden. Obwohl…?

Zur Stillen Liebe geht's hier lang ...

Zur Stillen Liebe geht’s hier lang … © TA.SH

Gemäß dem Motto „nach dem Essen sollst du ruh’n oder tausend Schritte tun“, spazieren wir in Richtung Wildgehege.

Das macht glücklich: gutes Essen und ein schöner Spaziergang.

Das macht glücklich: gutes Essen und ein schöner Spaziergang. © TA.SH

Der kleine Abstecher macht Lust auf mehr; die milde Luft duftet nach Spätsommer, und in der Nähe soll es Reste einer mittelalterlichen Burg geben! Doch wir werden bereits erwartet: an der alten Dorfschule in Niehuus. Mit Natur- und Landschaftsführerin Stefanie Dibbern erkunden wir den oberen Teil des Krusauer Tunneltals.

Erfrischend - kühles Flusswasser aus dem Brunnen von 1913.

Erfrischend kühles Flusswasser aus dem Brunnen von 1913. © TA.SH

Bevor wir Schleswig-Holstein verlassen, werfen wir einen kurzen Blick in den Garten der Schule. Was für ein wunderschöner, verwunschener Ort! Nur wenige Meter weiter treten wir unseren Mini-Wanderurlaub in Dänemark an. Auf einer kleinen Fußgängerbrücke erfahren wir, dass Grenzflüsse immer zwei Grenzsteine markieren. Die insgesamt 280 Grenzsteine entlang der deutsch-dänischen Grenze wurden 1920 gesetzt. Das erklärt die Länderkennzeichnung: „D“ steht für Dänemark, „DR,P“ für „Deutsches Reich, Preußen“.

Verläuft entlang der deutsch-dänischen Grenze: der Gendarmstieg.

Der Gendarmstieg verläuft entlang der deutsch-dänischen Grenze. © TA.SH

Umgeben von Schlehen-, Holunder- und Brombeersträuchern folgen wir dem rund 70 Kilometer langen „Gendarmstien“, dem Gendarmenpfad. „Hier haben dänische Grenzgendarme bis 1958 die Grenze zu Fuß bestreift“, erzählt Gorm Casper. Der Gendarmstien ist als Europäischer Fernwanderweg zertifiziert und zählt zu den landschaftlich schönsten Wanderwegen Dänemarks. Für Radfahrer eignet sich die „Grenzroute“.

Süß, aber nicht zum Küssen: eine Mini-Erdkröte.

Süß, aber nicht zum Küssen: eine Mini-Erdkröte. © TA.SH

Wie vielseitig die Landschaft hier ist! Buchenwälder, Schluchten, Hügel, Seen, Sumpfgebiete und Getreidefelder. „Auch die Fauna ist einzigartig“, berichtet Stefanie Dibbern: „Hier leben beispielsweise die seltenen Gelbbauchunken; aber auch Bergmolche haben sich wieder angesiedelt“. Unterwegs weist uns Stefanie Dibbern auf ein ungewöhnliches Geräusch hin: Wasserrauschen! Wie ein kleiner Bergbach in den Alpen sprudelt der „Eremiten-Bach“, wie ihn die Einheimischen nennen, durch das Tal.

Führt auch Pilz- und Beerenwanderungen durch: Stefanie Dibbern.

Landschaftsführerin Stefanie Dibbern in ihrem Element. © TA.SH

Das Krusauer Tunneltal ist schon ein besonderes Fleckchen Erde in Schleswig-Holstein. In Dänemark. Soviel wunderbare Kulturlandschaft und Natur, soviel Geschichte entlang von hundert kleinen Flüssen, die die Krusau speisen und in der Flensburger Förde münden. Ich könnte stundenlang weiterlaufen. „An der Mündung liegt der schönste Grenzübergang Europas, die Schusterkate“, erzählt uns Gorm Casper. Den Grenzstein Nr. 1 müssen wir uns natürlich noch ansehen, bevor wir fahren.

Wandern macht glücklich. Eine Pause auch.

Wandern macht glücklich. Eine Pause auch. © TA.SH

Von Rönsdam aus genießen wir den Ausblick auf den Möllesö (Mühlenteich). Dann laufen wir über historisches Steinpflaster und verschiedene Wander- und Pilgerrouten wie dem Ochsenweg in Richtung Alte Schule zurück.

Viele Pilger- und Wanderrouten führen hier vom Norden in Richtung Süden.

Viele Pilger- und Wanderrouten führen hier vom Norden in Richtung Süden. © TA.SH

Der alte Handelsweg, auf dem früher Ochsen und anderes Vieh getrieben wurden, führte an der einstigen Burg Niehuus vorbei. „Leider ganz ohne Burgfräulein, ohne Ritterromantik “, bedauert Gorm Casper augenzwinkernd. Von dieser als Mautstation errichteten Burg sind nur noch wenige Mauerreste sichtbar, „die Rekonstruktion einer Mautstation ist in Lütjenburg zu besichtigen“, ergänzt Stefanie Dibbern.

Mit weiteren Ausflugs- und Wandertipps im Gepäck fahren wir weiter zum Ringhotel Wassersleben, wo wir den Ausblick auf die Flensburger Förde genießen. Auch hier fühlen wir uns wie im Urlaub!

Wunderschön: der Ausblick auf den Yachthafen Wassersleben.

Ausblick auf den Yachthafen Wassersleben. © TA.SH

Ausgeruht machen wir uns auf den Weg zum Industriemuseum Kupfermühle, voller Erwartung auf die Geschichten, die uns dort erwarten. Neugierig? Hier erfahren Sie, was wir dort erlebt haben. Viel Vergnügen beim Weiterlesen!

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben